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Mit diesem Blog möchte ich einem lang gehegten Wunsch, die Abenteuer des Till Eulenspiegel niederzuschreiben, nachgehen. Dabei halte ich mich an die alten Überlieferungen, die ich in Anekdoten mit meinen Worten wiedergebe.

21. Geschichte

Wie Eulenspiegel dazu kam, Wein und Bier zu lieben

Till war gerne in Gesellschaft. Vor allem liebte er Wirtshäuser, in denen er ohne zu zahlen zechen konnte. Allerdings gab es auch Dinge, die er nicht mochte. Davon waren ihm drei besonders verhasst. Esel konnte er auf den Tod nicht ausstehen. Wenn man auf diesen störrischen Viechern ritt, war man schnell Spott und Hohn ausgeliefert.
Kinder mochte Till fast ebenso wenig. Laut und vorwitzig verdarben sie einem die Laune. Trotzdem waren sie die Lieblinge der Erwachsenen. Damit stahlen sie Till schnell die Aufmerksamkeit seines Publikums.
Was er dann auch noch nicht ertragen konnte, waren Gastwirte, die freigiebig und gutmütig waren. Nach Tills Meinung war durch Menschenliebe kein Weiterkommen, so dass es nicht Wunder nahm, wenn alle diese Herbergsbesitzer am Hungertuch nagten.
Für sein Leben gern aß und trank Till, trotzdem wünschte er sich vor jedem Happen eine gesegnete Mahlzeit. Die Speisen konnten frisch aus dem Garten oder vom Knochenhauer kommen und der Gesundheit sehr förderlich sein, auf den Tischsegen verzichtete er nicht. Den gab er selbst den Arzneien aus der Apotheke, obwohl gerade diese gesund sein sollten. In Till wohnte jedoch der Zweifel und so standen für ihn gerade die Arzneien im Zeichen der Krankheit. Immer, was er auch tat, befürchtete er, auf eine nicht natürliche Art und Weise den Löffel abzugeben. Deshalb blieb er auch vor jedem umgestürzten Balken, herabgefallenen Stein oder jeder vom Dach gewehter Schindel stehen. Jedes Mal pflegte er dann zu sagen: „Welch ein Glück, dass ich nicht darunter stand. Hätte ich’s getan, wäre ich jetzt mausetot.“
Till liebte das Leben und dankte für jeden Tag, den er auf Erden wandeln durfte.
Den stärksten Trank, den Till kannte, war das klare Wasser.
„Das Wasser treibt die schweren Mühlräder an und den braven Mann ins Grab“, pflegte er stets zu sagen.
Das war auch der Grund weshalb er vom Wasser lernte, Wein und Bier den Vorrang zu geben.

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