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Mit diesem Blog möchte ich einem lang gehegten Wunsch, die Abenteuer des Till Eulenspiegel niederzuschreiben, nachgehen. Dabei halte ich mich an die alten Überlieferungen, die ich in Anekdoten mit meinen Worten wiedergebe.

16. Geschichte

Wie Eulenspiegel ein krankes Kind kurierte

Wer bei bewährter Medizin spart, zahlt später beim Kurpfuscher drauf. Ein ähnlicher Fall trug sich in einer Herberge bei Hildesheim zu. Till kam dort eines Tages vorbei und wollte sich von seiner Reise ausruhen. Er sattelte ab und kehrte ein.
Der Wirt war gerade außer Haus und die Wirtin führte die Wirtschaft allein. Sie sorgte sich zudem um ihr krankes Kind, so dass sie ständig seufzte.
Till, der für seine Mitmenschen immer ein offenes Ohr hatte, fragte sie nach ihrem Kummer.
Bedrückt klagte die Frau: „Oje, mein armes Kindlein. Ach, wenn es nur endlich aufs Töpfchen könnte, dann wäre sicher alles wieder gut.“
Till wusste nun, welchen Geistes die Wirtin war. Er wollte es ihrer Affenliebe schon besorgen.
„Gute Frau“, begann er zu reden, „das Jammern wird Euch wenig helfen. Aber seid guten Mutes, denn ich weiß, wie ich Eurem Kind helfen kann. Habt ein wenig Geduld und es wird von mir geheilt sein.“
Die Frau war sehr vertrauensselig und schenkte Till allzu gerne Glauben. Sogleich hörte sie auf zu heulen. Voller Freude zapfte sie ihm ein Bier, dann lief sie auf den Hof, um endlich die meckernde Ziege zu melken.
Eilig stürzte Till das Bier hinunter. Darauf holte er sich den Nachttopf des Kindes und setzte einen ordentlichen Haufen hinein. Heimlich schob er ihn dann wieder zurück unter das Abortstühlchen.
Als die Wirtin wieder hereinkam und den vollen Nachttopf entdeckte, war sie außer sich vor Freude. Fast wäre ihr die Milchkanne aus der Hand gefallen. Sie lief zu ihrem Kind und rief: „Mein lieber Schatz, wie fein hast du Aa gemacht! Du bist mein allerliebstes Schätzchen. Jetzt wirst ganz, ganz schnell wieder gesund.“
Glückstrahlend bedankte sie sich bei Till und wollte von ihm wissen, durch welche Kur er ihr Kind geheilt habe. Er solle ihr zeigen, woraus die Arznei bestand, die ihr Kind so schnell gesunden ließ. Für das Rezept bot sie ihm jeden Lohn, den er fordern würde.
Till jedoch hatte es auf einmal sehr eilig.
„Mit Gottes Hilfe vermag ich jede Menge meiner Arznei zu machen. Nur führt mich mein Weg bei Euch vorbei und ich muss in diesem Augenblick noch weiter.“
Rasch sattelte er wieder sein Pferd und ritt davon.

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