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Mit diesem Blog möchte ich einem lang gehegten Wunsch, die Abenteuer des Till Eulenspiegel niederzuschreiben, nachgehen. Dabei halte ich mich an die alten Überlieferungen, die ich in Anekdoten mit meinen Worten wiedergebe.

14. Geschichte

Wie Eulenspiegel erklärte, fliegen zu können

Seines Küsteramtes ledig, trieb es Till wieder über das Land. Bis nach Magdeburg war es nicht weit und als er sich dort in einer Herberge niederließ, sprachen sich seine Gaukeleien recht bald herum. Eines Abends baten ihn wohlhabende Bürger an ihren Tisch und wollten, dass er von seinen Fahrten berichtete. Das ließ sich Till nicht zweimal sagen. Während sie ihn reichlich mit Braten und Bier traktierten, gab er eine Geschichte nach der anderen zum besten. Es wurde gelacht und bald wollte man, dass er auch in Magdeburg eine seiner Vorstellungen gab. Zum Anfang zierte sich Till noch ein wenig, als ihm dann aber das Bier langsam zu Kopfe stieg, schlug er letztendlich ein. Bald ganz in seinem Element, erhob er sich und sprach: „Ich werde euch ein Kunststück zeigen, liebe Leute, wie ihr es noch nie gesehen habt. Vergesst nur nicht, allen in dieser Stadt zu sagen, dass ich morgen zur zweiten Stunde nach dem Mittag vom Dach des Rathauses fliegen werde.“
Tills Ankündigung verbreitete sich wie ein Lauffeuer in Magdeburg. Am nächsten Tag war der Marktplatz vor dem Rathaus schwarz von Menschen. Selbst in den Nebenstrassen drängten sie sich noch. Neugierig reckten sie die Hälse und traten sich auf die Füße. Als dann die Glocke zur zweiten Stunde schlug, wurde es ganz still.
Till kam durch ein Dachfenster geklettert und stellte sich auf den Giebelsims. Eine Weile sah er schweigend auf die Leute herab, die ihrerseits gespannt zu ihm hinaufschauten. Dann stellte er sich auf die Zehenspitzen und begann mit den Armen zu flattern.
Die Münder weit geöffnet, starrten die Bürger hinauf, um ja nichts zu verpassen.
Till tat, als wolle er tatsächlich losfliegen, doch dann hielt er inne. Er fasste sich an den Kopf und rief: „Ich meinte immer, ich wäre der einzige Narr auf der Welt. Hättet ihr mir alle miteinander erzählt, dass ihr fliegen wolltet, so hätte ich es nicht für möglich gehalten. Und ihr glaubt einem, der als Schalk bekannt ist. Wie sollte ich fliegen können, da ich doch kein Vogel bin und keine Flügel besitze?“
Darauf stieg er vom Rathaus, drehte sich nicht weiter um und verließ die Stadt.
Fluchend und schimpfend begaben sich die Leute in ihre Häuser. Die meisten fühlten sich betrogen und wünschten Till dorthin, wo der Pfeffer wächst. Einige jedoch lachten und meinten: „Was wollt ihr, hat er euch nicht die Wahrheit gesagt?“

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