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Mit diesem Blog möchte ich einem lang gehegten Wunsch, die Abenteuer des Till Eulenspiegel niederzuschreiben, nachgehen. Dabei halte ich mich an die alten Überlieferungen, die ich in Anekdoten mit meinen Worten wiedergebe.

13.Geschichte

Wie Eulenspiegel ein Osterspiel einübte

Kurz vor dem Osterfest nahm der Pfarrer Till zur Seite und sprach zu ihm: „Es ist bei uns Sitte, in der Osternacht ein Spiel zu geben. Am Anfang zeigt es den Engel, der zu den Frauen am Grabe des Herrn spricht, dann folgt die Auferstehung selbst. Bisher war es stets die Angelegenheit des Küsters, dieses Osterspiel einzuüben.“
Für ein Spektakel war Till immer zu haben. Ihm war jedoch noch schleierhaft, wie er den Bauern die lateinischen Texte beibringen sollte. Bald kam er auf den Gedanken, die Magd mitwirken zu lassen. Sie konnte lesen und schreiben. Mit diesem Vorschlag ging er zum Pfarrer. Dem war das nur recht, da die Magd alle Texte ohnehin auswendig wusste. Keines der Osterspiel war ohne sie ausgekommen, seit sie bei ihm war. Stets hatte sie den Engel gespielt.
Till suchte sich zwei junge Burschen, die mit ihm zusammen die drei Marien am Grab Jesu spielen sollten. Letztendlich war dann auch der Pfarrer bereit, als Jesus aus dem Grab zu steigen. Nun konnten die Proben beginnen. Beharrlich paukte Till den Bauernburschen die Frauenrollen ein, bis sie diese fehlerfrei rezitierten.
Zum Osterfest konnte es dann losgehen. Am Grab standen die drei Männer in Trauerkleidung. Der Engel kam und wollte in Latein wissen, was die drei hier suchten.
Die erste Maria entgegnete, so wie es ihr Till beigebracht hatte, sie suchten eine alte, einäugige Pfaffenhure.
Das verschlug der Magd die Sprache. Vor Wut schäumend sprang sie dem Bauernburschen an den Hals.
Der wusste nicht, wie ihm geschah. Verzweifelt setzte er sich zur Wehr und riss dabei dem Strafengel die Flügel ab. Den Pfarrer ließ diese Entweihung nicht im Grabe liegen. Er zog die Auferstehung vor und sprang seiner Magd bei. Kaum hatte er den Bauernburschen beim Schopf gepackt, da eilte diesem sein Kumpan zu Hilfe. Ein gut gezielter Fausthieb streckte den Pfarrer danieder. Einer der Unschuldsengel stolperte über ihn und über beide stürzte die erste Maria. Alsbald riss man der zweiten Maria die Trauerkleider vom Leibe, denn der Pfarrer bekam Verstärkung aus seiner Gemeinde. Die Bauern jedoch hielten zusammen und bald tobte eine wüste Schlägerei.
Allein Till hielt sich zurück. Hier und da teilte auch er aus, doch bevor das blutige Osterfest seinen Abschluss fand, machte er sich aus Kirche und Dorf davon. Buddenstedt ließ er für immer hinter sich und die Bauern mussten sich einen neuen Küster suchen.

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