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Mit diesem Blog möchte ich einem lang gehegten Wunsch, die Abenteuer des Till Eulenspiegel niederzuschreiben, nachgehen. Dabei halte ich mich an die alten Überlieferungen, die ich in Anekdoten mit meinen Worten wiedergebe.

3. Geschichte

Wie Eulenspiegel vom Seil stürzte

Till konnte von seine Streichen und Tollereien nicht lassen. Bald kam die Familie darüber in Verruf und niemand wollte mehr etwas mit ihnen zu tun haben. So zog Claus Eulenspiegel mit Weib und Kind aus Kneitlingen fort. Nicht weit von Helmstedt, in dem Dorfe, aus dem Tills Mutter stammte, fanden sie eine neue Bleibe. Kaum jedoch hatten sie ihren Hausrat herbeigeschafft und sich einigermaßen eingerichtet, da wurde Claus Eulenspiegel krank und starb. Der Familie fehlte der Ernährer. Nicht lange und die Armut kehrte bei ihnen ein. Es fehlte am Nötigsten. Dazu sträubte sich Till auch noch, ein Handwerk zu erlernen. Dabei war er schon Sechzehn. Es gefiel ihm jedoch viel besser, in den Tag hinein zu leben und sich immer wieder neue Streiche auszudenken.
Eines Tages kam er auf den Gedanken, ein Seiltänzer zu werden. Er, hoch über den Köpfen der Leute, wobei ihm diese staunend zujubelten. Hinter seinem Hause floss ein Bach, an dessen anderem Ufer ein Baum stand. Dort hinüber wollte Till ein Seil spannen. Auf diesem könnte er dann die verschiedensten Kunststücke vorführen. Als er seiner Mutter von dieser Absicht erzählte, drohte ihm diese ohne viel Umschweife Prügel an, würde sie ihn dabei erwischen. Sie wollte keinen Gaukler zum Sohn haben.
Till dachte nicht daran, von seinem Entschluss abzulassen. Heimlich übte er auf dem Dachboden. Seine Mutter kam ihm jedoch auf die Schliche. Mit einem großen Holzlöffel bewaffnet, stahl sie sich leise nach oben und ging auf ihn los. Er war jedoch flinker und flüchtete durch das Fensterloch hinaus aufs Dach. Dort dachte er dann bis zum Abend darüber nach, wie er weiter vorgehen sollte.
Eines Tages, als die Wogen sich etwas geglättet hatten, spannte er tatsächlich das Seil über den Bach. Eine Weile turnte er darauf herum und es dauerte nicht lange, bis die Leute neugierig herbeikamen. Staunend reckten sie die Hälse und gafften. Es war jedoch nur eine Frage der Zeit, bis auch seine Mutter davon Wind bekam. Die schlich sich voller Ärger darüber, dass sie diese Posse nicht hatte verhindern können, auf den Dachboden und schnitt das Seil ab. Kopfüber stürzte Till in den Bach. Es platschte laut und das Wasser spritzte zu allen Seiten, dass die Leute vergnügt aufschrieen. Als Till patschnass aus dem Bach stieg, war er das Ziel von Hohn und Spott. Vor allem die Jungen stichelten ihn.
„He, Eulenspiegel“, riefen sie, „wie bekommt dir das Bad. Hast ja lange genug darum gerungen.“
Wie ein begossener Pudel ging er in das Haus, wo er dann auch noch von seiner Mutter eine ordentliche Maulschelle einfing.
Wutschnaubend verkroch er sich und dachte darüber nach, wie er es den Dorfbewohnern doppelt und dreifach zurückzahlen konnte.

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