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Mit diesem Blog möchte ich einem lang gehegten Wunsch, die Abenteuer des Till Eulenspiegel niederzuschreiben, nachgehen. Dabei halte ich mich an die alten Überlieferungen, die ich in Anekdoten mit meinen Worten wiedergebe.

2. Geschichte

Wie sich Till Eulenspiegel als Schalk hervortat

Von Anfang an war Till ein lebhaftes Kind. Kaum konnte er stehen und laufen, tobte er mit den anderen Kindern durch das Dorf. Das war noch bis zu seinem dritten Lebensjahr possierlich anzuschauen, doch als er älter wurde, liefen seine Tollheiten immer mehr aus dem Ruder. Die Späße wuchsen sich zu immer größer werdenden Ärgernissen aus. Bald beklagten sich die Nachbarn bei seinen Eltern. Claus Eulenspiegel ließ jedoch nichts auf seinen Sohn kommen. Für ihn war Till ein, wenn auch zuweilen übermütiger, so doch lieber Junge. Als sich die Beschwerden über sein Kind allerdings mehrten, nahm er den Jungen beiseite und fragte ihn, wie es käme, dass ihn die Leute im Dorf alle einen Schalk schimpften. Till war alles andere als schüchtern und entgegnete, er tue niemanden etwas. Als der Vater jedoch nicht locker lassen wollte, schlug der Junge vor, ihm seine Unschuld zu beweisen. Dazu solle der Vater das Pferd satteln und ihn hinten mit aufsitzen lassen. So wollte er mit ihm still und brav durch das Dorf reiten. Zuletzt sprach er: “Du wirst sehen, lieber Vater, dass die Leute mich gleichwohl verleumden und weiter üble Nachrede halten.”
Da der Vater seinem Jungen gerne glauben wollte, tat er, wie ihm dieser vorgeschlagen hatte. So ritten sie nun still und ruhig durch den Ort. Eine Weile wartete Till noch, doch dann begann er den vorbeigehenden Leuten sein blankes Hinterteil zu zeigen. Die blieben stehen und schimpften. Vor allem die Weiber zeterten und riefen: “Pfui Deibel, schäm dich du arger Schalk!”
Über diese Reden war der Vater baff erstaunt. Dies nutzte Till und sprach: “Hörst du’s, lieber Vater? Still und ruhig sitze ich hinter dir und tue niemanden etwas zuleide. Die Leute jedoch schimpfen mich einen Schalk.”
Das war dem Vater nicht geheuer. Er setzte seinen Sohn vor sich. Dieser war darüber alles andere als verlegen. Nun begann er den Entgegenkommenden grässliche Fratzen zu schneiden und streckte ihnen dreist die Zunge aus.
Erbost blieben die Leute stehen. Sie drohten und schimpften: “Du Lausebengel! Du arger Schalk!”
Über dies betrübte sich Claus Eulenspiegel sehr und ihm wurde weh ums Herz. Wieder zu Hause nahm er seinen Sohn und sprach: “Wie traurig musst du sein, mein Kind. Du tust niemandem etwas zuleide, trotzdem schelten dich alle einen Schalk. Unter welchem Unglücksstern bist du nur geboren?”

1 Kommentar zu “2. Geschichte”

  1. Claus sagt:

    Wehe dem, der einen Schelm in die Welt setzt ;-)

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